17/06/18 – Die Welt ist klein!

Start Kilometerstand: 272.115 km

Wir haben die letzte Nacht mit vielen anderen Teams direkt in Käseberga bei Ales Stenar auf einer Wiese/Parkplatz verbracht.

Um 07:30 hieß es, geweckt durch das Treiben der anderen Teams um uns herum, aufstehen. Angesteckt von der Betriebsamkeit haben auch wir unsere Campingsachen zügig zusammengepackt und uns 3 leckere Portionen Espresso aus frisch gemahlenen Fortezza-Espressobohnen gemacht. Dazu gab es eine Dose Bierschinken und Brot aus Flensburg.

Um 09:30 Uhr ging es dann zusammen im Konvoi mit den Teams „Die goldenen Jungfrauenadler“, „Rusty Brothers“ und „Frogger Racing Team“ an der idyllischen Küste Südschwedens über Kristianstad und Lönsboda zu einem beeindruckenden Ort.

Direkt neben der Straße Richtung Ryd findet man mitten im Wald einen Autofriedhof der besonderen Art. Seit über 40 Jahren stehen hier viele mobile Raritäten und rosten vor sich hin. Bilder sagen hier mehr als tausend Worte.

Gegen 14:00 Uhr ging es dann mit tollen Eindrücken und einer ersten Runde Cold Black wieder auf die Reise Richtung Etappenziel.

Nach einigen sportlichen Rallye-Kilometern durch das südschwedische Hinterland haben wir gegen 16:15 Uhr Jönköping passiert.

Am Westufer des Vättern, Schwedens zweitgrößter See mit 1.900 km², haben wir uns auf Höhe Habo entschieden nicht nach Örebro zur fahren, sondern an das Ostufer des Vänern, den größten See.

Zusammen mit den Rustys und den Jungfrauenadlern ging es so bis ca. 18:30 Uhr auf der Inlandvägen 26 bis zur Ausfahrt Nybble.

Dort wollten wir uns auf einer Halbinsel, etwa 30 Kilometer vor Kristinehamn, einen gemütlichen Platz zum Schlafen suchen.

Fündig wurden wir dann bei „Revsands Camping“ direkt am Wasser. Endlich wieder eine Dusche und Sanitäranlagen.

Und nach einem kurzen Telefonat mit Hanna, einer der Betreiberinnen, war auch alles klar gemacht. Nichts wie das Zelt aufgebaut und die Wagenburg ausgestattet.

Neben uns nur ein älteres Ehepaar in einem Miet-Bulli – dazu aber später mehr.

Als wir das Camp fertig hatten kam Alex auf die glorreiche Idee, dass wir doch bei stürmendem Wind baden gehen sollten.

Eine der brillantesten, dämlichen Ideen seit Langem!

Nach unserem Bad im Vänern wurde noch schnell geduscht und das Abendessen zubereitet. Für uns gab es leckeres Chilli Con Carne mit Feuerli-Würstchen von der Metzgerei Greiner. Sehr gut!

Nach dem Essen gesellte sich noch unser 77-jähriger Nachbar aus dem Bulli, Peter Faust, zu uns. Er erzählte uns von seiner Flucht mit dem Gummiboot aus der DDR. Eine atemberaubende Geschichte

Und nebenbei stellte sich heraus, dass Dirk, der Braumeister aus dem Ratskeller in Buxtehude, der Neffe seiner Frau ist. Da fahren wir mit dem Auto nach Hamburg und gehen allen Vorzeichen zum Trotz in Buxtehude anstatt Hamburg weg. Und treffen dann 2 Tage und 1.200 km später die Tante des Brauers dessen Bier wir zufällig verkostet haben wieder. DIE WELT IST EIN DORF.

Mit diesen Worten und dieser beeindruckenden Erfahrung beenden wir den Rückblick für heute und gehen pünktlich um 00:50 Uhr schlafen. Wir sind gespannt was der morgige Tag für uns bereithält.

Ende Kilometerstand 272.696 km

Gefahrene Strecke 581 km