17/06/25 – Tag 9 – Teil 1 Eastbound and Down

Tag 9 – Teil 1 Eastbound and Down in Russia

Wie es der Titelsong vom ausgekochten Schlitzohr schon sagt geht es für uns heute Richtung Osten und dann nach unten.

Unser erster Tag in Russland! Im Sanatorium ist um 08:00 Uhr die Nacht vorbei. Nach einer ausgiebigen, warmen Dusche mit richtigem Wasserdruck gibt es ein außergewöhnliches Frühstück.

Milchreis, Quark und schwarzer Tee. Serviert von einer wortkargen, grantig drein schauenden Köchin. Das Sanatorium könnte noch in Betrieb sein. Personal im Pflegekittel, verwirrte Gäste. Hat was!

Zusammen mit den beiden anderen Teams brechen wir um 10:30 Uhr auf um ein paar Einkäufe zu erledigen. Getränke, Lebensmittel, Wodka und eine russische SIM-Karte um die horrenden Roaminggebühren zu umgehen.

Ein Paradies für Datennutzungsjunkies. Die SIM mit 5 GB Datenvolumen für 320 Rubel. Umgerechnet ca. 5,- EUR. Aufladen mit 6 GB für 100 Rubel (1,50 EUR etwa). Wir mussten zwar nochmal in ein weiteres Geschäft um die Aktivierung abzuschließen. Aber danach klappt alles reibungslos. Wenn man Empfang hat.

Die heutige Tagesaufgabe ist ein Besuch beim ersten atombetriebenen Eisbrecher, der LENIN, im Hafen von Murmansk.

Wir parken ein paar Meter davon entfernt und gehen den Rest zu Fuß. Ein wenig Bewegung schadet nicht nach der vielen Zeit im Auto momentan.

Um 12:30 Uhr machen wir uns nach einem letzten Tankstop auf den langen und aller Voraussicht nach eintönigen Weg nach Süden. Ziel ist für morgen Abend Sankt Petersburg.

Die ersten 50 Kilometer auf der E105 nach Murmansk sind eine einzige Dauerbaustelle.

Von den unzähligen Fräskanten werden wir heute Nacht noch träumen. Und das Auto dankt es bestimmt auch nicht.

Der Blick kann immer wieder endlos in die Ferne schweifen während man stetig gerade aus fährt. 5 Kilometer gerade aus, eine kleine Kurve und dann wieder 5 Kilometer gerade aus. Ab und zu sind mal ein paar Hügel eingestreut.

Der Tank ist noch zu mehr als 25% gefüllt, als wir eine Tankstelle passieren. Hätten wir gewusst, dass das die letzte auf den kommenden 150 Kilometern bis Kem ist, dann hätten wir getankt. So müssen wir 30 Kilometer vor Kem das erste Mal unsere Reservekanister benutzen. Kurz vor unserem unfreiwilligen Tankstop ist anscheinend auch noch ein Blinkerlämpchen kaputt gegangen. Als wir dieses vorne rechts wechseln wollen klappt das nicht – das Lämpchen hat sich mit dem kompletten Blinkerglas verabschiedet. Das hat sich durch die vielen Fräskanten gelockert und dann leise Servus gesagt.

Wir kleben das entstandene Loch mit Panzertape zu und machen uns wieder auf den Weg. Spätestens in Sankt Petersburg sollte Ersatz aufzutreiben sein.

Bei einem unserer kurzen Stopps beschließen wir auf jeden Fall bis Petrozawodsk (ca. 450 Kilometer vor Sankt Petersburg) zu fahren. Denn die Stechmücken hier in den Sümpfen sind so aggressiv, dass selbst unser sehr gutes Mittelchen nichts ausrichten kann.

Gegen 23:00 Uhr machen wir Halt an einer „Raststätte“ und gönnen uns einen heißen Kaffee. Wir kommen mit fünf jungen Russen ins Gespräch. 2 Jungs die fahren und 3 Mädels als Begleitung. Eine besoffener als die andere. Eine sehr lustige Situation die wir auch ohne ein Wort zu verstehen, den Russen geht es genauso, sehr schön finden. Der eine oder andere Tag mit mehr Zeit vor Ort würde bestimmt noch viele Erfahrung bringen.

Um kurz vor zwölf meldet sich Alex´ Bekannter Alexej aus Sankt Petersburg. Er bietet uns an die morgige Nacht in seiner Wohnung verbringen zu können nachdem wir in seiner Brauerei waren. Wir müssen nicht lange überlegen, sagen zu und bereiten uns geistig auf eine Nachtfahrt bis Sankt Petersburg vor.

Uns stehen also jetzt wo diese Zeilen geschrieben werden noch ca. 450 Kilometer Fahrt bevor.

Wie es uns dabei ergeht und was wir in Sankt Petersburg erleben erfahrt ihr morgen.

In diesem Sinne: „We got a long way to go and a short time to get there!“

Start mit Kilometerstand: 275.934 km

Aktueller Kilometerstand 276.861 km

Gefahrene Strecke bis 00:00 Uhr  927 km